Feminisistische Demo in Hamburg am 31.10.2020


Jetzt gibt’s Saures für Sexismus & Ausbeutung!


In der Corona-Krise offenbart sich, wie tief verankert patriarchale Gewalt und sexistische Strukturen in unserer kapitalistischen Gesellschaft sind. Der Frauenanteil in den sogenannten systemrelevanten Berufen liegt laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung bei knapp 75 Prozent. Kassiererinnen, Krankenpflegerinnen oder Erzieherinnen bilden das Rückgrat unserer Gesellschaft. Als Dank für den Kampf gegen Corona an vorderster Front soll Beifall reichen, denn es handele sich ja hierbei um „natürliche weibliche Tätigkeiten“, die Frauen jahrzehntelang zu Hause unbezahlt geleistet haben. Trotz einem Jahrhundert erfolgreicher feministischer Kämpfe gilt in der Tendenz noch immer: Wenn der Vater krank wird, sorgt sich die Tochter nach Feierabend erstmal um ihn; wenn die Kinder nicht in die Schule können, ist es einfacher, wenn die Mutter mit Teilzeitjob zu Hause bleibt, sich um Homeschooling kümmert und kocht. Frauen sind noch immer diejenigen, die massig unbezahlte Arbeit leisten, damit die Unternehmen gesundes, leistungsfähiges Menschenmaterial haben, das ausgebeutet werden kann. Wir fordern deshalb ganz konkret: Schluss mit der Doppelbelastung! Langfristig streiten wir für ein Ende der Mehrwertproduktion und der Profitmaximierung.

Wer profitiert? Wer schafft sich ein dickes Polster? Wer leidet kaum unter den Corona-bedingten Beeinträchtigungen? Der Einfluss von unbezahlter oder schlecht bezahlter Sorge-Arbeit schlägt sich auch in der Vermögensverteilung nieder: Ein wesentlicher Teil des gesellschaftlich erarbeiteten Reichtums liegt in der Hand von Männern. So sind knapp 70 Prozent der Vermögensmillionär*innen in Deutschland männlich. Ob Unternehmensführung oder einkommensstarke Berufe: Fast immer sind es Männer, die oben stehen. Das wollen wir aufbrechen! Wir fordern konkret: Schluss mit der Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben und entlang der Geschlechterhierarchie.

Wir erteilen aber auch jenen Stimmen eine Absage, die von einem diskriminierungsfreien Kapitalismus träumen. Ausbeutung und Profitstreben werden auch durch Diversity-Programme nicht besser. Langfristig wollen wir nicht mehr Chefinnen in den Chefetagen, wir wollen die Abschaffung der Chefetagen!

Wir rufen euch dazu auf, gegen diese sexistischen und ausbeuterischen Zustände auf die Straße zu gehen! Sofort mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für systemrelevante Berufe! Perspektivisch wollen wir in einem System leben, das nicht auf Konkurrenz und Profitorientierung basiert. Für das Leben! Gegen Ausbeutung und Unterdrückung!

Wir werden auf der Demo „Feministisch kämpfen und Sexismus wegfegen!“ der feministischen Antifa Hamburg mit einem eigenen antikapitalistischen Block vertreten sein.

Wann?

31.10.2020, 18:30 Uhr, Spritzenplatz

Link zur Facebookveranstaltung

Wie?

Wie immer bei Demos in der Corona-Zeit möchten wir euch dran erinnern: Maske auf und Abstände einhalten. Bitte nehmt die Gefahr durch Corona ernst.

Mehr Infos

https://www.instagram.com/feministischeantifahamburg/